PARADIES - Ein Spielfilmprojekt von Ulrich Seidl

Kinospielfilm  |  Koproduktion Deutschland: TAT-Film Christine Ruppert  |  Koproduktion Frankreich: Co-Production Office Philippe Bober  |  Weltvertrieb: Co-Production Office Philippe Bober  |  Regie: Ulrich Seidl  |  Drehbuch: Ulrich Seidl/Veronika Franz  |  Länge: 130 Min.  |  Produktionszeitraum: Februar 2009 bis Sommer 2010

Synopsis Der Film PARADIES erzählt drei (Urlaubs)Geschichten, die gleichzeitig spielen und abwechselnd erzählt werden. Der Film erzählt von drei Frauen und einer Familie.

SUGAR MAMA, die erste Geschichte, handelt von Teresa, einer Röntgenschwester Mitte 40, die vor einem Jahr in Kenia einen jungen Schwarzen kennen und lieben gelernt hat. Er ist ihr Paradies. Das ganze Jahr über hat sie sich gesehnt, jetzt ist es endlich soweit. Sie fährt nach Mombasa, ins Paradise Beach Resort, wo auch andere Europäerinnen auf Liebesurlaub sind. Dort liebt sie Mohamed. Sie genießt seine Jugend und Schönheit in vollen Zügen, sie bezahlt Mohamed und sie bezahlt alles und immer bis zu dem Tag, an dem sie bemerkt, dass sie nicht die einzige ist. Bis zu dem Tag, an dem sie bemerkt, was es bedeutet, dass ihr Liebhaber ein Moslem ist und sie nicht die einzige Frau an seiner Seite. Mohamed betrügt sie, und sie ihn dann auch.

DIE WANDERMUTTERGOTTES, die zweite Geschichte, erzählt von Teresas Schwester Anna Maria. Anna Marias Paradies heißt Jesus. Ihn liebt sie bedingungslos, ihm weiht sie all ihr Tun und Sein. Ihm schenkt sie ihren Urlaub, um in seinem Namen Österreich wieder auf den rechten Weg zu bringen. Mit einer Wandermuttergottes, einer 40 cm großen Marienstatue, in der Tasche pilgert sie von Haus zu Haus, um die Statue, die den Menschen Heilung verspricht, zu verteilen. Bis eines Tages ihr Mann, ein an den Rollstuhl gefesselter Pakistani und Moslem, nach Jahren der Abwesenheit wieder nach Hause kommt. Ein Kleinkrieg um Ehe und Religion beginnt.

LOLITA, die dritte Geschichte, erzählt von Teresas Tochter. Sie ist dreizehn Jahre alt, übergewichtig und ordentlich frech. Damit imponiert sie den Gleichaltrigen. Während ihre Mutter nach Kenia fährt, verbringt sie ihre Ferien in einem Diätcamp irgendwo am Semmering. Dort verliebt sie sich in einen um vierzig Jahre älteren Arzt, der Doktor genannt wird. Sie liebt ihn mit der Ausschließlichkeit der ersten Liebe. Er bestimmt ihre Tage, ihre Nächte, ihre Träume. Sie will ihn in aller Unschuld verführen. Der Doktor jedoch kämpft gegen die Schuld dieser Liebe an, wissend um deren Unmöglichkeit. Doch Lisa hat sich ihr Paradies anders vorgestellt.

PARADIES erzählt von Sextourismus, der ersten Liebe und der Hingabe zu Gott. Er erzählt von jungen Frauen und alten Männer; von alten Frauen und jungen Männern. Erzählt von Afrikanern, die nach Europa wollen, und Europäerinnen, die in Afrika und mit afrikanischen Männern ihre Erfüllung suchen. Der Film erzählt vom Dicksein und vom Marktwert der Sexualität; erzählt von der Liebe zu Gott und falsch verstandener Religionen; von der Kluft zwischen Kulturen, zwischen Moslems und Christen und der Schuld, die man sich gegenseitig gibt. Und er erzählt von der Sehnsucht nach Liebe.

PARADIES ist ein Sehnsuchtsfilm.

        
Ulrich Seidl, geboren 1952, Regisseur. Ulrich Seidl wurde für Dokumentarfilme wie "Good News" (1990), "Tierische Liebe" (1994) und "Models" (1998) mit zahlreichen internationalen Preisen ausgezeichnet. „Hundstage“ (2001) war Ulrich Seidls erster Spielfilm und wurde 2001 mit dem Großen Preis der Jury bei den Filmfestspielen in Venedig bedacht. 2003 gründete er die Ulrich Seidl Film Produktion und produzierte mit ihr Import Export, der 2007 im Wettbewerb von Cannes seine Uraufführung hatte.