PARADIES - Eine Spielfilmtrilogie

Koproduktion Deutschland: TAT-Film Christine Ruppert  |  Koproduktion Frankreich: Co-Production Office Philippe Bober  |  Weltvertrieb: Co-Production Office Philippe Bober  |  Regie: Ulrich Seidl  |  Drehbuch: Ulrich Seidl/Veronika Franz  |  Produktionszeitraum: Oktober 2009 bis Herbst 2011

PARADIES: Liebe

An den Stränden Kenias kennt man sie als Sugarmamas: Europäische Frauen, denen junge schwarze Beachboys Liebesdienste bieten, um so ihren Lebensunterhalt zu finanzieren. Teresa, 50-jährige Wienerin und Mutter einer pubertierenden Tochter, reist als Sextouristin in das Urlaubsparadies, um die Liebe zu finden. Sie wechselt von einem Beachboy zum nächsten, von einer Enttäuschung zur anderen. Die Liebe am Strand von Kenia ist ein Geschäft.

"PARADIES: Liebe" erzählt bildmächtig, bewegend und immer wieder komödiantisch von Sextourismus, von älteren Frauen und jungen Männern; vom Marktwert der Sexualität, von der Macht der Hautfarbe, von Europa und Afrika und von Ausgebeuteten, denen nichts übrig bleibt als andere Ausgebeutete auszubeuten.

Ulrich Seidls Film ist Auftakt zu einer Trilogie, die von drei Frauen einer Familie erzählt, die jede für sich ihren Urlaub verbringt. Als Sextouristin, als missionierende Katholikin (PARADIES: Glaube) und als Teenager in einem Diätcamp (PARADIES: Hoffnung). Drei Filme, drei Frauen, drei Sehnsuchtsgeschichten.

PARADIES: Glaube

In "PARADIES: Glaube" untersucht Ulrich Seidl, was es genau bedeutet, das Kreuz auf sich zu nehmen. Für Anna Maria, Röntgenassistentin und Schwester von Teresa, liegt das Paradies nicht in Kenia, sondern bei Jesus. Ihm weiht sie all ihr Tun und Sein. Ihren Urlaub verbringt sie damit, mit 40 cm großen Wandermuttergottes-Statuen missionierend von Haus zu Haus zu gehen. Als eines Tages ihr Ehemann, ein Ägypter und Moslem, nach Jahren der Abwesenheit aus Ägypten zurückkommt, beginnt ein Kleinkrieg um Ehe und Religion. Es wird gesungen, gebetet und gekämpft. "PARADIES: Glaube" ist eine filmische Pieta, die von Kreuzstationen einer Ehe und der Sehnsucht nach Liebe erzählt.

PARADIES: Hoffnung

"PARADIES: Hoffnung", der dritte Film der Paradies-Trilogie, erzählt von Melanie, der 13jährigen Tochter Teresas. Während ihre Mutter nach Kenia fährt, verbringt die Teenagerin mit anderen Jugendlichen ihre Ferien in einem streng geführten Diätcamp am Wechselgebirge. Zwischen Sporterziehung und Ernährungsberatung, Polsterschlachten und ersten Zigaretten verliebt sie sich in einen um 40 Jahre älteren Arzt, dem Leiter des Camps. Sie liebt ihn mit der Ausschließlichkeit der ersten Liebe und will ihn in aller Unschuld verführen. Doch der Doktor kämpft gegen die Schuld dieser Liebe an, wissend um ihre Unmöglichkeit. Doch Melanie hat sich ihr Paradies anders vorgestellt.

Ulrich Seidl, geboren 1952, Regisseur. Ulrich Seidl wurde für Dokumentarfilme wie "Good News" (1990), "Tierische Liebe" (1994) und "Models" (1998) mit zahlreichen internationalen Preisen ausgezeichnet. "Hundstage" (2001) war Ulrich Seidls erster Spielfilm und wurde 2001 mit dem Großen Preis der Jury bei den Filmfestspielen in Venedig bedacht. 2003 gründete er die Ulrich Seidl Film Produktion und produzierte mit ihr Import Export, der 2007 im Wettbewerb von Cannes seine Uraufführung hatte.